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Schönreden.

Ab und zu könnte man glauben, ich würde mir das Alles nur schön reden. Dieses behinderte Kind, das ganze drum und dran.  Immer positiv, immer gut gelaunt und immer tu ich so, als wäre das alles gar nicht schlimm und keine Kastratophe. Als wäre eher das Gegenteil der Fall. Wollt ihr die Wahrheit wissen?  Ich besitze das, nennen wir es Talent, mir auch die blödeste und langweiligste Party mit ner warmen Cola schön zu trinken. Ich kann sowohl die Party mit musikalischer Begleitung eines Alleinunterhalters an der Orgel grossartig finden, als auch auf  Konzerten mit meinem Mann und seinem Musikgeschmack noch einen tollen Abend haben. Das funktioniert in vielen Fällen auch sonst in meinem Alltag. Ich halte mich nicht auf, mit Gedanken darüber, wie es sein sollte, damit es alles richtig und perfekt ist und ich bin dann nicht raus, sollte es dann doch alles anders kommen als ich es gerne gehabt hätte. „Wie wir die grossen Tage unter kleinen Dingen begraben, der Moment der die Wirklichkeit maskiert. Es tut nur gut zu wissen, dass …

„Aber das wird er alles aufholen können, oder?“

Es gibt Fragen, die kommen einfach immer wieder. Eine davon, ist die Frage: „Aber das wird er ja alles aufholen können, oder? Mittlerweile gehen wir raus. Auf Spielplätze, auf Feste, in Parks und an den See. Wir treffen andere Kinder, andere Mütter und ja, auch ich komme mittlerweile mit einigen ins Gespräch während der Kleine mit den anderen Kindern spielt. Ich bin nicht schüchtern und auch bestimmt nicht auf den Mund gefallen. Aber im Zusammensein mit anderen Müttern tue ich mich immer noch schwer. Der Kleine ist ein sehr offenes und fröhliches Kind, was gerne mit anderen Kindern spielt. Er beobachtet kurz, geht hin und fragt ob er mitspielen darf. Meistens klappt das wunderbar, die Kinder spielen und die Eltern schauen zu, meist entsteht ein recht oberflächliches Gespräch. Smalltalk am Sandkasten. Je länger die Kinder aber spielen, desto deutlicher sieht man, dass mit dem Kleinen was nicht so 100%ig stimmt. Er ist kleiner und zarter für sein Alter, er läuft tapsiger und unsicherer und ist raus, sobald Treppen und Stufen ins Spiel kommen. Das sehen …

Vom Brei zur Pommes.

Vom Brei zur Pommes. Für uns ein weiter Weg. Der Kleine ist eins der Frühchen, die schlecht essen. Durch die lange Zeit, in der er intubiert war und dazu über die Magensonde ernährt wurde, ist sein Würgereiz sehr ausgeprägt. Da verliert man schnell den Spass am Essen. „Hunger“  kennt das Frühchen nicht, hat er nie gehabt. Ausserdem sind die ersten Erfahrungen, die der Klitzekleine rund um seinen Mund gemacht hat, nicht unbedingt die Schönsten gewesen. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich schon einmal kurz bei Instagram darüber berichtet, dass das Thema Essen mich sehr beschäftigt. Damals hat der Kleine fast ausschliesslich fertigen Griessbrei zu sich genommen. Alle anderen Versuche ihm irgendwas an Nahrung zu geben war ohne Erfolg. Während andere Kinder in seinem Alter damals bereits am Brötchen knabberten, bei uns absolut undenkbar. Alles musste fein püriert sein, Stücke durften gar keine dabei sein. Und wenn dann doch mal ein Stückchen dabei, dann wurde sich verschluckt und gewürgt. Neue Dinge ausprobieren? Auf keinen Fall. Immer wenn es darum ging, dass der Kleine was essen …

Hüttenkoller

Jetzt is er da. Ich hab ihn. Nach 130 Tagen war er plötzlich da. Lässt sich auch nicht verleugnen. Ich habe einen Hütenkoller, mir fällt die Decke auf den Kopf. Wir wollen nach Hause. Auf einmal empfinde ich alles viel lauter und heller und stressiger. Das Kindergeschrei der anderen Babys, die Summerei der Eltern, das Telefon, die Stimmen der anderen Leute… Aber die Spitze des Eisbergs, d a s Objekt schlechthin welches mich wirklich an den Rand meiner Geduld, meiner Leidensfähigkeit bringt, worauf ich mich offensichtlich in den letzen Tagen eingeschossen habe, ist: DIE SPIELUHR. Wenn ich das aufziehen, dieses „knrrrrrrr“ höre, bekomme ich schon den Kloß im Hals. Und dann die Melodie! Die Melodie! Es gibt nämlich offensichtlich nur eine! Und diese Melodie sämtliche Spieluhren im Kanon und gefühlte 10 Std. am Tag: La Le Lu… Nur der Mann im Mond schaut zu…. Natürlich schaut nur noch der Mann im Mond zu! Die anderen sind schon alle geflohen! … Wie die kleinen Babys schlafen…. Die schlafen nicht! Die schreien weiter und ich würde gerne …