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Den Weg ändern

Im Sommer vor drei Jahren begann für den Kleinen der Kindergarten. Damals, im Winter davor, stand ich das erste Mal an dem Punkt, an dem ich mich entscheiden musste. Förderbedarf? Integrativ? Inklusiv? Heilpädagogische Gruppe? Was soll es denn bitte sein und was ist der richtige Weg?

easy like sunday morning…

Faul sein. Zeit haben. Den lieben Gott einfach mal einen guten Mann sein lassen. Die Füsse hochlegen. Nix tuen. Oder an Ritualen festhalten? Beim altbekannten Tagesablauf bleiben. Routine und Ordnung geben ja Sicherheit und Kindern ein alles-ok-Gefühl. Und im Urlaub?  Unser erster Urlaub mit dem Frühchen liegt hinter uns. Es gab ein “ ab-an-die-See“- Ok vom Kinderarzt und wir sind los. Mit Sack und Pack und Kindern und Hunden und zwei Wochen Zeit. Ein Ferienhaus und viele Leute, viele Wünsche und Pläne. Dazwischen ein Zweijähriger, dessen erstes Wort nach dem Aufstehen „neeeeeeiiiiin“ ist. Bei dem Kleinen fällt es mir, im Vergleich zu den anderen Kindern, schon per se deutlich schwerer einen strukturierten Tagesablauf hinzubekommen. Irgendwas ist immer und meistens um die Zeit des Mittagessens, des Mittagsschlafs oder am viel zu frühen Morgen. Seit es Arzttermine, Physio oder Elterngespräche im Kindergarten. Bei vier älteren Geschwistern läuft man halt (leider) im Alltag teilweise so mit. Im Laufe der letzten Monate hab ich bemerkt, dass es eigentlich mein Wunsch ist, diese Ordnung und Struktur zu haben. Um Freiräume …

Vermisst.

Und dann sitzen wir Abends zusammen,bei einem Glas Wein und dann reden wir. Wie das eigentlich so war, für jeden von uns. Nicht im Grossen und Ganzen, sondern darüber, wie wir das jeder so wahrgenommen haben, die einzelne Situationen. Damals, vor zwei Jahren. Was uns gefehlt hat am Elternwerden, am Vater- und Mutter sein. Was so anders war. Halten wie ein richtiges Baby. Das hab ich vermisst. Damals. Vor zwei Jahren. Ihn im Arm zu halten, wie ein richtiges Baby, in sein Gesicht zu schauen, sein Gesicht küssen zu können und ihn einfach ein bisschen an mich zu drücken. Wie ein Baby halt. Auge in Auge, von Angesicht zu Angesicht. Für Aussenstehende nicht zu Verstehen, aber ich wollte so gerne Normalität. Ich durfte nach nur 2 Tagen damals schon känguruhen. Ich weiss, dass ist unglaublich früh und in vielen Kliniken muss man wochenlang warten, bis man sein Baby überhaupt mal ohne Handschuhe berühren kann. Bis man es überhaupt selber anfassen darf. Das Gefühl neben dem Inkubator zu sitzen und sein Kind nicht in den Arm nehmen zu können, …

Geschafft.

Das Jahr 2016 ist fast vorbei und eigentlich hatte ich in meinen Kopf schon einen kleinen Jahresrückblick für den Blog geplant. Doch daraus wird heute erst mal noch nichts. Oben rechts am Bildschirm steht, dass heute Donnerstag ist. Gott sei Dank. Ich wüsste es nämlich nicht. Ich bin total geschafft. Mein Rücken schmerzt, ich hab kalte Füsse und dicke Augenringe. Trinke Tee, Kaffee hilft schon lang nicht mehr, und genieße gerade die Ruhe. Selbst das Radio nervt mich mittlerweile und bleibt deshalb aus. Ich bin einfach total müde und geschafft und „nach müde kommt blöd“ wie alle wissen. Das muss auch der Grund sein, warum ich zwei Tage vor Weihnachten freudig und stolz Wein aus Island bei Aldi erstanden habe, und dem Daddy im Auto noch erzählte, dass ich ja nicht einen Weinberg auf Island gesehen habe, dass aber etwas ganz tolles sein muss. Der Anbau auf Vulkanasche und so. Ich mache es kurz. Der Wein kam natürlich nicht aus Island. Neuseeland. The Island. Immerhin eine Anekdote, die der Daddy noch viele viele Jahre an Weihnachten …