Jahr: 2018

Schönreden.

Ab und zu könnte man glauben, ich würde mir das Alles nur schön reden. Dieses behinderte Kind, das ganze drum und dran.  Immer positiv, immer gut gelaunt und immer tu ich so, als wäre das alles gar nicht schlimm und keine Kastratophe. Als wäre eher das Gegenteil der Fall. Wollt ihr die Wahrheit wissen?  Ich besitze das, nennen wir es Talent, mir auch die blödeste und langweiligste Party mit ner warmen Cola schön zu trinken. Ich kann sowohl die Party mit musikalischer Begleitung eines Alleinunterhalters an der Orgel grossartig finden, als auch auf  Konzerten mit meinem Mann und seinem Musikgeschmack noch einen tollen Abend haben. Das funktioniert in vielen Fällen auch sonst in meinem Alltag. Ich halte mich nicht auf, mit Gedanken darüber, wie es sein sollte, damit es alles richtig und perfekt ist und ich bin dann nicht raus, sollte es dann doch alles anders kommen als ich es gerne gehabt hätte. „Wie wir die grossen Tage unter kleinen Dingen begraben, der Moment der die Wirklichkeit maskiert. Es tut nur gut zu wissen, dass …

Ich kanns immer noch fühlen

„Das erste Konzert, das erste tanzende Herz, der erste Rausch, das erste Lieblingslied laut… die erste Zigarette auf der Schultoilette… das erste Mal Disco, lieber Weezer statt SisqoEs ist soviel passiert und die Momente vergehen, nur dieses Gefühl bleibt für immer bestehen…“   – Revolverheld Im Januar wird er vier Jahre alt, und ich habe soviel erlebt.  Vier Jahre, die mich wirklich verändert haben. Das Erlebte hat mich verändert, lässt mich anders denken und fühlen. Alle Ereignisse im Laufe meines Lebens haben mich natürlich verändert und auch geprägt. Sie machen mich aus. Das bin ich. Ich habe gelernt, Erfahrungen gesammelt, vielleicht auch mal aus Fehlern gelernt. Ich wurde verletzt, mein Herz mehr als einmal gebrochen, ich habe Menschen verloren und neue gefunden. Aber ich war immer ich.  Ich war bei mir, in meiner Welt kannte ich mich bestens aus. Ich wußte, was ich kann und was nicht, wo meine Grenzen sind, wann ich genug habe, wie ich in Stresssituationen reagiere, was mir Angst macht, mich glücklich macht… in meiner Welt herrschte die Leichtigkeit des Seins.  …

Sag mal, wie war das für dich?

Gastbeitrag. Hallo. Mein Name ist Maike, ich bin die Freundin, die den Klitzekleinen ein paar Tage nach seiner Geburt, hochschwanger besuchen durfte. Juttas Beitrag hat heute so viel in mir ausgelöst, drüber gesprochen haben wir nie so richtig, über diese doch schwere Situation. Ich war damals so stolz, das ich den Kleinen sehen durfte. Ich stand selber kurz vor der Entbindung, meine Gefühle waren wirklich sehr gemischt. Auf der Station nur kleine Menschen, die um ihr Leben kämpfen, Eltern mit Sorgen und ich dazwischen mit dickem Bauch. So viele Gedanken in mir, aber ich war einfach überwältigt von dem kleinen Jungen, der so winzig und doch so stark war. Ich kam mir so fehl am Platz vor, logisch. Aber hey, meine Freundin hat ein Baby bekommen, ist doch klar, das ich dem kleinen Mann `Hallo`sagen wollte, so wie es normal ist. Normal war allerdings gar nichts. Die ersten Tage waren Alle sehr angespannt. Ich war über jede positive Nachricht aus dem Krankenhaus heilfroh. Doch wie man sich fühlt, wenn man ein Extremfrühchen bekommt, war mir so fern.  Alles …