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Herzlich Willkommen bei LittleSunny

Was vor 5 Jahren mit dem „Klitzekleinblog“ begann, geht nun unter dem Namen LittleSunny hier weiter. Der klitzekleine Blog ist gewachsen, dass Kind selber ist gewachsen und auch ich bin in und an meiner Rolle als Mutter eines Extremfrühchens gewachsen.

Hallo Herr Doktor.

Hallo Herr Doktor.
Ich stehe im Behandlungszimmer und merke, wie mir die Tränen in die Augen schiessen und der Kloß im Hals immer grösser wird.
Ich bedanke mich, nehme den Kleinen an die Hand und schliesse die Türe hinter uns. Einatmen. Ausatmen. Hergott, drehe ich jetzt komplett durch?

Die Angst vor der Angst.

Hustenanfälle, Erkältungen, Hohes Fieber. Kurze Nächte, wach neben dem Kind, hysterisch messe ich im 5 Minuten Abstand die Temperatur. Mein Ton ist rauh. Unfreundlich. Angespannt. Ich bin ungerecht, merke wie ich teilweise neben mir stehe und mich selber nicht erkenne. Mein Blutdruck ist viel zu hoch. Ich bin sauer, wütend und habe diese Angst, die mir die Kehle zuschnürt. Dazu hämmert es in meinem Kopf. „Ich wusste es…. habe ich es nicht gestern schon gesagt…. der bekommt Fieber….wir müssen wieder in die Klinik. Warum denn immer, immer wir und immer, immer wieder.“ Irgendwann ertrage ich niemanden mehr um uns herum. Lasse meinen Mann einfach hilflos in unserem Schlafzimmer zurück. Ich spüre seine Angst, seine Hilflosigkeit und genau das kann ich jetzt nicht abfangen. Ich kann nicht für dich da sein. Alle Kraft, alle Gedanken, alles in mir, ist bei dem Kind. Alles um mich herum schalte ich aus. Ich habe keinerlei Reserven, keine Energie und kann nichts mehr aufnehmen. Also stoße ich alles und jeden wütend von mir. Ich brauche Platz. Ich liege im Kinderzimmer …

Wir machen eine (Welt)reise.

Samstag, 1. Juni 2019. Wir sitzen in einem afrikanischem Restaurant in Holland und essen portugiesisches Hühnchen. Trinken Wein. Reden und lachen und dann fällt er mir wieder ein, mein Traum der letzten Nacht: Wir haben einfach so eine Auszeit genommen. Wie man das heute so macht, in der Elternzeit. Kinder einpacken und losfahren. Zeit haben, in den Tag reinleben. Fremde Städte sehen, neue Dinge lernen. Essen, wenn man hungrig ist, schlafen, wenn man müde ist und wach werden, wenn man ausgeschlafen hat. Einfach ohne Verpflichtung sein. Zeit haben. Keine Termine. Kein Druck. Keine Uhr. Nur dieses Gefühl von Ferien, Urlaub und Sommersonne. Ich fände es so toll für den Kleinen, wenn er mal einfach so rumtrödeln könnte. Sich in Dingen verzetteln kann. Die Dinge lernen kann, wenn sie „da“ sind und nicht weil es jetzt der nächste Entwicklungsschritt ist. Oder weil man das mit vier Jahren langsam können muss. Und ich hätte gerne die Zeit, um ihn das auch tuen tu lassen. Unsere Welt ist anders In unserer Welt, da klappt vieles nicht, alles entwickelt …