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Den Weg ändern

Im Sommer vor drei Jahren begann für den Kleinen der Kindergarten. Damals, im Winter davor, stand ich das erste Mal an dem Punkt, an dem ich mich entscheiden musste. Förderbedarf? Integrativ? Inklusiv? Heilpädagogische Gruppe? Was soll es denn bitte sein und was ist der richtige Weg?

Was ist denn hier los?

Nach 5 Jahren „Klitzekleinblog“ und unter dem Namen „KlitzkleinsMom“ auf Instagram, bin ich im Juni 2020 unter neuem Namen, im neuem Gewand und mit einem Kopf voll neuer Idee hier gelandet. Hier schreibe ich weiterhin über das Leben als Mutter eines Extremfrühchens. Dieses Frühchen ist jetzt 5 Jahre alt. Einiges hat sich geändert in unserem Leben. Einige Sorgen sind weniger geworden, andere sind hinzugekommen. Längst ist die Kindernotaufnahme nicht mehr unser Place-to-be am Freitagabend und ich sehe meinen Frisör wieder häufiger, als den Kinderarzt. Und dennoch ist es anders, als bei anderen Kindern. Unser Weg ist irgendwie immer ein bisschen krummer und hügeliger und wir brauchen einfach immer länger und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, kommen wir nicht pünktlich. Aber der Weg ist ja das Ziel. Hab ich irgendwo mal gelesen. 😉

Hallo Herr Doktor.

Hallo Herr Doktor.
Ich stehe im Behandlungszimmer und merke, wie mir die Tränen in die Augen schiessen und der Kloß im Hals immer grösser wird.
Ich bedanke mich, nehme den Kleinen an die Hand und schliesse die Türe hinter uns. Einatmen. Ausatmen. Hergott, drehe ich jetzt komplett durch?

Die Angst vor der Angst.

Hustenanfälle, Erkältungen, Hohes Fieber. Kurze Nächte, wach neben dem Kind, hysterisch messe ich im 5 Minuten Abstand die Temperatur. Mein Ton ist rauh. Unfreundlich. Angespannt. Ich bin ungerecht, merke wie ich teilweise neben mir stehe und mich selber nicht erkenne. Mein Blutdruck ist viel zu hoch. Ich bin sauer, wütend und habe diese Angst, die mir die Kehle zuschnürt. Dazu hämmert es in meinem Kopf. „Ich wusste es…. habe ich es nicht gestern schon gesagt…. der bekommt Fieber….wir müssen wieder in die Klinik. Warum denn immer, immer wir und immer, immer wieder.“ Irgendwann ertrage ich niemanden mehr um uns herum. Lasse meinen Mann einfach hilflos in unserem Schlafzimmer zurück. Ich spüre seine Angst, seine Hilflosigkeit und genau das kann ich jetzt nicht abfangen. Ich kann nicht für dich da sein. Alle Kraft, alle Gedanken, alles in mir, ist bei dem Kind. Alles um mich herum schalte ich aus. Ich habe keinerlei Reserven, keine Energie und kann nichts mehr aufnehmen. Also stoße ich alles und jeden wütend von mir. Ich brauche Platz. Ich liege im Kinderzimmer …