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Vertrauen.

Brauche ich. Brauchen wir. Und zwar jeden verdammten neuen Tag. 

Ich hab mir die Klinik in der Klitzklein liegt ausgesucht. Mein Erstgespräch hatte ich bei der Chefin der Station und zu ihr hatte ich sofort Vertrauen. Bei Ihr war es sofort da. Sie war bei der Erstversorgung meines Sohnes mit dabei und ich war beruhigt als ich sie sah, bevor es losging mit dem Kaiserschnitt.

Jetzt sitze ich jeden Tag bei dem Kleinen auf Station. Jeden Tag haben wir 3 „persönliche Assistentinen“ am Inkubator.  Ich glaube mittlerweile haben wir sie alle mal gehabt. Alle sind nett und machen ihren Job gut. Job. Genau. Es gibt Unterschiede, und ich glaube genau die machen es so schwer dort vor Ort.

Nicht allen vertraue ich sorglos den Kleinen an. Ich glaube nicht alle wissen, was für eine Belastung dass ist, jemand Fremden das eigene Kind und sein Wohlergehen anzuvertrauen.  Gerade in den ersten Tagen und Wochen, in denen alles neu ist und niemand weiß, wie sich alles weiter entwickeln wird. Wie zerbrechlich dieses Vertrauen dann ist. Kommt sie schnell wenn er Alarm macht? Arbeitet sie zügig ihren Stiefel ab oder versorgt sie die Kleinen individuell? Hört sie mir zu? Und vertraut sie mir auch? Hält sie mich für übertrieben ängstlich weil ich ja keine Ahnung habe von der Materie?

Ja, ich behaupte, dass ich meinen Sohn kenne und weiß wie es ihm geht. Wir haben nämlich eine Bindung, dieses klitzekleine viel zu früh geborene Kind und ich. Wir haben nämlich schon viel miteinander erlebt und ich kann an seinem Blick sehen wann es zB anstrengend wird. Da brauche ich keinen Monitor für und auch kein Pulsoxi. Und wenn ich dann sage, dass jetzt mal jemand kommen sollte, dann ist es wichtig, dass man auch mir vertraut. Wenn man aber lieber nur den Monitor und die Statistik als Anhaltspunkt nimmt, dann ist es weg. Das Vertrauen, dass sie kommt wenn es ihm schlecht geht, dass ich mich verlassen kann. Dann habe ich Angst und dann wird die Mutti zur Löwin, verliert den Blick für die Realität, wird zickig und nervös.

Und dann wird es extrem schwer für Mutti, nach Hause zu gehen und kleinen Kerl allein zu lassen… Und zuhause sich wieder zu fangen. Die Angst ein wenig beiseite schieben zu können. Kein Kopfkino anzustellen. Sich klar zu machen, dass alles gut und das Kind gut versorgt ist. Sich zu sammeln und drauf zu hoffen, dass morgen ein neuer Tag ist und eine neue Kinderkrankenschwester da ist.

Eine, die mir vertraut. Der dann auch ich vertrauen kann.

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9 Kommentare

  1. Genau so habe mich auch gefühlt. Jeden Tag. Top dass Ihr es geschafft habt. Meiner geht nun schon zur Schule…

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  2. Heike sagt

    Ich habe deinen Blog erst heute entdeckt – leider!
    Mein „Frühchen“ ist heute 20 geworden, und glaub mir, ich werde noch heute zur Löwin 🙂

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  3. Heike sagt

    Ich habe deinen Blog erst heute entdeckt – leider.
    Mein „Frühchen“ ist inzwischen 20, und glaub mir, ich werde noch heute zur Löwin wenn es um mein „Wattekind“ geht 🙂

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  4. Hallo! Ich habe von deinem Blog gehört und würde ihn gerne von Anfang an lesen!

    Leider komme ich nur bis zu diesem Beitrag, ältere Beiträge kann ich nicht mehr laden. Liegt das an meinem Internet oder PC?

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    • Schau mal auf der Startseite ganz unten, dort ist das Archiv und du kannst da auswählen. Die letzten sind allerdings, aus was für Gründen auch immer, durcheinander geraten. Meine ersten Einträge waren
      – kein Sekt keine Blumen kein Kind
      – vertrauen
      und Die ersten Male

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  5. ah ok suüer danke für die schnelle Antwort! Ich dachte mir es ging mit dem Blog schon los bevor Klitzeklein geboren wurde 🙂
    Gut also dann ist Vertrauen dein erster Eintrag gewesen, habe ich das richtig verstanden?

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    • Ja und nein. 😂 also der erste Eintrag war “ kein Sekt, keine Blumen, kein Kind
      Ich hab auf der Intensivstation damals angefangen zu schreiben 😉

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